Hintergründe zur Choreo gg. Kiel

Wie im Choreo-Flyer angekündigt, hier ein paar weitere Infos rund um Luise Büchner, die wir heute als Choreo-Motiv verwendet haben:
Wir zeigen heute das Konterfei von Luise Büchner, vermummt mit einem Lilien-Schal und dazu einen Satz zu unserem Leben als Fans & Ultras passenden Satz aus einem ihrer Gedichte: „mit allem meinem denken. mit meinem ganzen sein.“ als Spruchband vor der Süd.
Wir haben das Motiv nicht zufällig, sondern anlässlich des morgigen 8. März gewählt, dem weltweiten Frauenkampftag. Mit der Choreografie möchten wir auf die Präsenz und wichtige Arbeit von Frauen in unserer Kurve hinweisen. Sie sind Teil der Fankultur, Teil der Kurve, Teil der Lilien-Familie und Teil unserer Geschichte. Das wollen wir mit dieser Choreografie unterstreichen. Denn noch heute haben es weibliche Fußball- und Lilienfans nach wie vor schwerer ernst und wahr genommen zu werden. Zeiten in denen Kurven fast vollständig männlich dominiert waren, sind zwar seit ein paar Jahren vorbei. Doch ein solches Denken ist leider immer noch nicht komplett verschwunden, weshalb unangenehme oder gefährliche Situationen für Frauen in unseren Reihen immer noch viel zu oft vorkommen. Um diese Zustände weiter zu verändern, wurde dieses Motiv heute gewählt.
Nach den erfolgreichen Aktionen aus den letzten Jahren am 8. März haben wir uns in diesem Jahr für eine Gruppenchoreo entschieden, die mit Luise Büchner eine historische wichtige weibliche Person aus unserer Stand in den Mittelpunkt stellen soll, eine Frau, die viele gar nicht und die meisten nur über ihren Bruder Georg Büchner kennen. Luise hat zu ihrer Lebenszeit viel geschrieben und bewegt, war eine der ersten politischen Vordenkerinnen der Gleichberechtigung und der Frauenbewegung. Sie wurde 1821 in Darmstadt geboren und gehörte seit Ende 1866 zu den engsten Mitarbeiterinnen von Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein. Daraus entstanden ab 1867 mehrere Frauenvereine im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Der Alice-Frauenverein für Krankenpflege machte es sich zur Aufgabe, junge Frauen zur Krankenschwester ohne konfessionelle Bindung auszubilden. Daraus entstanden die bis heute für unsere Stadt bedeutenden Institutionen, das Alice-Hospital und die Alice-Eleonoren-Schule. Daneben entstand unter der Leitung von Luise Büchner eine Art Volkshochschule für Frauen, das sogenannte Alice-Lyceum.
Eine Frau, die Beeindruckendes für sich und andere in unserer Stadt geschafft hat. Wir halten sie für bestens geeignet, um die Menschen unserer Stadt zum heutigen Spiel zu repräsentieren.
Denn jede und jeder von uns sind unserer Stadt und der Gemeinschaft hier in der Kurve verfallen…
„mit allem meinem denken, mit meinem ganzen sein.“
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